Glaube & Macht - Sachsen im Europa der Reformationszeit 2. Sächsische Landesausstellung 2003, Torgau, Schloss Hartenfels
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Den uralten Klang zum ersten Mal hören

Zur 2. Sächsischen Landesausstellung "Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit", 24. Mai bis 10. Oktober 2004 in Torgau, werden weltweit einmalige Renaissanceinstrumente nachgebaut und erstmals gespielt.

Am 7. März 2003 kann im Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig der Öffentlichkeit ein einmaliger Bestand vorgestellt werden: in der kurfürstlichen Begräbniskapelle des Freiberger Doms sind dreißig Musikinstrumente aus dem ausgehenden 16. Jahrhundert erhalten geblieben. Die Engel auf dem Sims der Begräbniskapelle der wettinischen Fürsten hielten 400 Jahre lang Originalinstrumente, verborgen unter einer dicken Schicht Goldbronze, in den Händen. Lange Zeit konnte man nur vermuten, dass es sich bei den Musikinstrumenten um Originale handelt. Bei Restaurierungsarbeiten am Gewölbe bot sich die Gelegenheit, die Engel und ihre Instrumente in zwölf Meter Höhe genauer zu untersuchen.

Anlässlich der 2. Sächsischen Landesausstellung "Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit", 24. Mai bis 10. Oktober 2004 in Torgau, werden die Musikinstrumente im Maßstab 1:1 nachgebaut. Die Gelder für dieses umfassende Projekt stellen die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stadt- und Kreissparkasse Leipzig zur Verfügung.

Der Nachbau ist von entscheidender Bedeutung, denn die Originalinstrumente haben keinen Klang mehr. Für die Musiker wird es eine neue Spielerfahrung sein und sie werden den Jahrhunderte lang nicht gehörten Klang wieder zum Leben erwecken.

Weltweit ist keine weitere Instrumentenbauschule des 16. Jahrhunderts durch Instrumente derart geschlossen und original überliefert; nur von Abbildungen auf Gemälden und Zeichnungen sind sie bekannt. Zu den dreißig Musikinstrumenten zählen jeweils eine Violine, Viola und ein Violino piccolo, zwei Violoncelli, drei krumme und zwei gerade Zinken, drei Harfen und Schalmeien, vier Lauten und Cistern sowie Attrappen von Schellentrommeln, Posaunen und Triangeln. Ein Forschungsprojekt des Musikinstrumenten-Museums der Universität Leipzig nimmt sich der einzigartigen Aufgabe an, diese Instrumente zu untersuchen. Zwanzig Institutionen - Museen, Forschungslabors und Hochschuleinrichtungen – arbeiten an diesem umfangreichen Projekt zusammen, für Detailfragen haben Spezialisten von Weltrang ihre Hilfe angeboten. Die Wissenschaftler sind bemüht, offene Fragen zu Klang, Stimmung, Herstellung, Bauweise und Besaitung der Instrumente zu beantworten. Ein internationales Publikum wartet gespannt auf die Ergebnisse.

Die Geschichte der Reformation um Martin Luther brachte neue Impulse für die musikalische Entwicklung. So spielt die Musik auch im Begleitprogramm der Landesausstellung eine bedeutende Rolle. Zur Eröffnung der Landesausstellung steht unter anderem ein Konzert mit den neuen alten Instrumenten auf dem Programm – erstmals kann sich das Publikum in die bislang nie gehörten Klänge vertiefen.

Während der Landesausstellung im Sommer 2004 sind die nachgebauten Instrumente in Vitrinen in der Schlosskapelle von Schloss Hartenfels in Torgau zu bewundern – die Originale werden dann schon wieder bei den Engeln in den Höhen des Freiberger Doms schweben.

Engel mit Geige

Engel mit Geige,
um 1597

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