Glaube & Macht - Sachsen im Europa der Reformationszeit 2. Sächsische Landesausstellung 2003, Torgau, Schloss Hartenfels
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Nach mehr als 20 Jahren zur 2. Sächsischen Landesaustellung wieder frei zugänglich: Der große Wendelstein in Schloss Hartenfels

Pressemitteilung vom 15. April 2004

Schloss Hartenfels in Torgau zählt zu den bedeutendsten Bauten der sächsischen Renaissance. Vom 24. Mai bis zum 10. Oktober 2004 wird die 2. Sächsische Landesausstellung den Glanz der Renaissancezeit wieder einziehen lassen. Höhepunkt der Schlossanlage aus dem frühen 16. Jahrhundert ist der Große Wendelstein, ein dem Johann-Friedrich-Bau des Schlosses vorgelagerter Turm mit einer eleganten Wendeltreppe.

Vom Baumeister Conrad Krebs 1537 fertig gestellt, ist die Konstruktion dieser spiralförmigen Stiege so kühn angelegt, dass ihr Erhalt bis zum heutigen Tag wie ein Wunder erscheint. Ohne mittlere Stütze trägt die Treppe sich selbst. Stabilisiert wird die Treppenspirale nur durch sechs schlanke Pfeiler und die Brüstungsplatten, die sich dem Lauf der Treppe folgend empor winden.

Jede einzelne Stufe ist sichelförmig aus einem Sandsteinstück herausgearbeitet. Nur ganz gering legt sich jede Stufe an die inneren Seiten der Pfeiler und der Brüstungen. Überspannt wird das Treppenhaus von einem zarten Gewölbe, dessen Gewicht auf den schlanken Pfeilern ruht. Noch über dem Gewölbe liegt die so genannte Spiegelstube, ein lichtes Turmzimmer mit Resten von Wandmalereien aus dem Cranach-Umkreis.

Das große Gewicht dieser Turmstube einschließlich Dach und Giebeldiadem verhindert, dass die schlanken Pfeiler durch das aufliegende Gewölbe auseinander gedrückt werden.

Über die Jahrhunderte baufällig geworden, mussten die ausgetretenen Sandsteinstufen dringend restauriert werden. Zahlreiche Risse und schwerwiegende Verformungen an der Pfeilerkonstruktion und an den Treppen ließen einen Einsturz befürchten, mehr als 20 Jahre musste der Treppenturm gesperrt bleiben.

Nachdem Schloss Hartenfels als Standort der 2. Sächsischen Landesausstellung ausgewählt worden war, bestand wieder neue Hoffnung für dieses einmalige Zeugnis der deutschen Baukunst der Renaissance. Das Sanierungskonzept für Schloss Hartenfels schloss die Restaurierung des Wendelsteins von Anfang an mit ein.

Bereits 1992 war der Wendelstein als Pilotprojekt ausgewählt worden, um im Rahmen einer Untersuchung, gefördert vom damaligen Bundesministerium für Forschung und Technologie zu erkunden, wie der Verfall von Stein aufgehalten werden kann. Am Wendelstein ging es nicht nur darum, den Verfall von Sandsteindekor aufzuhalten, sondern das Zusammenstürzen des filigranen Bauwerks selbst zu verhindern, denn alle tragenden Teile sind aus Sandstein gefertigt.

Aus den Untersuchungsergebnissen entwickelten Wissenschaftler aus Dresden, Halle, Leipzig ein umfassendes Sanierungskonzept.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabrück) unterstützten die Restaurierung des Wendelsteins. Die Sanierungsarbeiten am Schloss wurden durch das Landratsamt Torgau-Oschatz als Bauherrn in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Regierungspräsidium Leipzig betreut.

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen in Verbindung mit dem World Monument Fund und der Kreisparkasse Torgau-Oschatz förderten die Wiederherstellung des Hauptportals im großen Wendelstein und der Rekonstruktion des Neptun-Brunnens in der Mitte des Schlosshofes

Die 2. Sächsische Landesausstellung ist ein Projekt des Freistaates Sachsen, vorbereitet und durchgeführt von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Freistaat Sachsen gemeinsam mit allen sächsischen Sparkassen.


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