Glaube & Macht - Sachsen im Europa der Reformationszeit 2. Sächsische Landesausstellung 2003, Torgau, Schloss Hartenfels
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Der Große Wendelstein am Johann-Friedrich-Bau des Schlosses Hartenfels zählt zu den Höhepunkten deutscher Baukunst. Die Konstruktion dieser spiralförmigen Wendeltreppe ist so kühn angelegt, dass ihr Erhalt bis zum heutigen Tag wie ein Wunder erscheint.

Ohne mittlere Stütze trägt die Treppe sich selbst. Stabilisiert wird die Treppenspirale nur durch sechs schlanke Pfeiler und die Brüstungsplatten, die sich dem Lauf der Treppe folgend empor schrauben. Jede einzelne Stufe ist sichelförmig aus einem Sandsteinstück herausgearbeitet. Nur ganz leicht legt sich jede Stufe an die inneren Seiten der Pfeiler und Brüstungen.

Überspannt wird das Treppenhaus von einem zarten Gewölbe, dessen Gewicht auf den schlanken Pfeilern ruht. Noch über dem Gewölbe liegt die sogenannte Spiegelstube, ein lichtes Turmzimmer mit Resten von Wandmalereien aus dem Cranach-Umkreis. Das große Gewicht dieser Turmstube einschließlich Dach und Giebeldiadem verhindert, dass die schlanken Pfeiler durch das aufliegende Gewölbe auseinander gedrückt werden.

Über die Jahrhunderte baufällig geworden, mussten die ausgetretenen Sandsteinstufen dringend restauriert werden. Zahlreiche Risse und schwerwiegende Verformungen an der Pfeilerkonstruktion ließen einen Einsturz befürchten. Mehr als 20 Jahre musste der Treppenturm gesperrt bleiben.

Nachdem Schloss Hartenfels als Standort der 2. Sächsischen Landesausstellung ausgewählt worden war, bestand wieder neue Hoffnung für dieses einmalige Zeugnis der deutschen Baukunst der Renaissance. Das Sanierungskonzept für Schloss Hartenfels schloss die Restaurierung des Wendelsteins von Anfang an mit ein. Bereits 1992 war der Wendelstein als Pilotprojekt ausgewählt worden, um im Rahmen einer Untersuchung des damaligen Bundesministeriums für Forschung und Technologie zu erkunden, wie der weitere Verfall von Stein verhindert werden kann.

Am Wendelstein ging es nicht nur darum, den Verfall von Sandsteindekor aufzuhalten, sondern das Zusammenstürzen des filigranen Bauwerks selbst zu verhindern, denn alle tragenden Teile sind aus Sandstein gefertigt.

Vorsichtig bauten Steinkonservatoren die gesamte Treppenspindel ab. Die noch zu rettenden Sandsteinstufen wurden in ein Acrylharzbad getaucht, das den Sandstein härten soll. Die übrigen Stufen fertigten Steinmetze nach dem historischen Vorbild an. Zur Festigung der Pfeiler wurde am Ansatz der Stufen ein umlaufendes Edelstahlband eingefügt, das als eine Art Korsett ein Auseinanderbrechen der Stützen in Zukunft verhindern soll.

Mittlerweile sind die Stufen wieder zusammengefügt, alte und neue Elemente verbinden sich zu einer eleganten Treppenspindel.

Schloss Hartenfels, Großer Wendelstein

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